WKPWiener Koordinationsparcours nach Warwitz
WKP · WARWITZ · KOORDINATION

Wiener Koordinationsparcours nach Warwitz

Originalaufbau. Durchführen. Einordnen. Der WKP verbindet vielseitige Bewegungsanforderungen mit einer standardisierten Zeitmessung.

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Lernmaterial

WKP-Originalaufbau auf einen Blick

Die Zeitgrenzen gelten ausschließlich für diesen Aufbau. Antippen oder anklicken, um die Grafik in einer Lightbox zu vergrößern.

WKP-Originalaufbau nach Warwitz · verbindlich für die dargestellten Zeitgrenzen Antippen zum Vergrößern
Gesamtlängeca. 35 m
Medizinball2 kg
Zeitmessungganze Sekunden
Versuche2 · besserer zählt
W
Historische Originalnormwerte verfügbarDie unveränderten Prozentrangwerte nach Warwitz sind im Reiter Normwerte dokumentiert.
Durchführung

Die acht Stationen

Die Aufgaben werden in der vorgegebenen Reihenfolge absolviert. Fehler müssen grundsätzlich sofort korrigiert beziehungsweise die betroffene Teilaufgabe wiederholt werden.

1Rolle rückwärts – Rolle vorwärts
Ausführung auf Bodenmatten. Die Abfolge beginnt mit einer Rolle rückwärts und wird unmittelbar mit einer Rolle vorwärts fortgesetzt.
2360°-Drehung
Drehung um die Körperlängsachse. Die Bewegung muss kontrolliert und ohne Unterbrechung ausgeführt werden.
3Balancieren über die Langbank
Balancieren über die umgedrehte Langbank bis zur markierten Strecke von 3 m.
4Achterlauf
Zwei Ständer sind durch ein Gummiseil verbunden. Seilhöhe 0,75 m, Ständerabstand jeweils 2 m. Das Seil wird einmal unterlaufen und einmal übersprungen.
5Slalomrollen
Ein 2-kg-Medizinball wird um fünf Kegel im Abstand von ungefähr 1 m gerollt und anschließend wieder im Gymnastikring deponiert.
6Kreuzsprungkombination
Neun Sprünge werden entsprechend dem Kästchenmuster kreuzweise ausgeführt. Start an Position 0, Abschluss beidbeinig an Position 9/10.
7Karreehüpfen
Ein Quadrat von 0,40 m wird einbeinig in der Reihenfolge vor, zurück, rechts, links und vor übersprungen. Insgesamt fünf Sprünge.
8Hindernisklettern
Der vordere Holm des quergestellten Barrens wird in 1,40 m Höhe untertaucht, der hintere Holm in 1,80 m Höhe überklettert. Der Niedersprung markiert das Stoppzeichen.
Historische Referenz

Originale Normwerte nach Warwitz

Die folgenden Tabellen geben die von Siegbert Warwitz veröffentlichten ursprünglichen Prozentrangwerte unverändert wieder. Sie sind historische Normwerte zum Originalaufbau des WKP.

!
Originalwerte – keine aktuelle amtliche BewertungstabelleEin Prozentrang von 90 bedeutet: Rund 90 % der jeweiligen historischen Vergleichsgruppe erzielten eine längere Zeit; rund 10 % waren gleich schnell oder schneller. Zwischenwerte werden nicht interpoliert.
QuelleWarwitz, 1982„Normentafeln zum Wiener Koordinationsparcours“
Ausgewiesene Schülergruppen17,0–17,11 und 18,0–21,11 JahreSportstudierende separat
DarstellungTestzeit → ProzentrangMessung in ganzen Sekunden

Männliche Schüler und Sportstudierende

N = 492 (17 Jahre) · N = 497 (18–21 Jahre) · N = 100 (Sportstudierende)

Mittelwerte: 43 s · 42 s · 35 s
Testzeit
Sekunden
Schüler
17,0–17,11
Schüler
18,0–21,11
Sportstudierende
männlich
26100
2710010099
28999999
29999999
30999997
31999693
32989386
33949076
34908864
35878652
36858243
37817834
38757326
39706819
40646116
41585513
42515010
4348467
4444404
4538342
4632292
4727262
4823211
4919161
5016131
511281
52960
5384
5453
5532
5622
5722
5822
5922
6022
6122
6211
6311
6411
6510
661
670
Originale Klassifikation

Einordnung der Prozentränge bei Warwitz

99–100 hervorragend85–98 gut17–84 durchschnittlich3–16 eingeschränkt0–2 schwach

Quelle: Siegbert Warwitz, „Normentafeln zum Wiener Koordinationsparcours (WKP)“, Lehrhilfen für den Sportunterricht, Folge 4/1982, S. 61–63. Übertragen aus den gedruckten Originaltafeln; typografisch modernisiert, Werte inhaltlich unverändert.

Bewegungsdemonstration

Der Parcours im Video

Die Aufnahme zeigt den Ablauf des Wiener Koordinationsparcours in Bewegung und unterstützt das Verständnis der einzelnen Aufgabenfolgen.

Wiener Koordinationsparcours
Demonstrationsvideo zur Ausführung und Reihenfolge der Stationen.

Quelle: Institut für Sportwissenschaft, Universität Bern · Originalseite aufrufen
Hinweis zur Verwendung: Das Video dient der Veranschaulichung des Bewegungsablaufs. Für Prüfung, Aufbau und spätere Normwerttabellen sind ausschließlich die auf dieser Seite ausgewiesenen Maße, Reihenfolgen und Durchführungsbestimmungen des Warwitz-Originalaufbaus verbindlich.
Fachliche Einordnung

Was prüft der WKP?

Komplexe Koordination

Der Parcours verbindet Gleichgewicht, Orientierung, Rhythmisierung, Umstellung, Differenzierung und Reaktionsanforderungen in wechselnden Bewegungsaufgaben.

Handeln unter Zeitdruck

Die Zeitmessung erhöht den Anforderungsdruck. Bewertet wird nicht nur das korrekte Lösen, sondern die sichere und zügige Bewältigung der gesamten Bewegungsfolge.

Vielseitige Bewegungserfahrung

Rollen, Drehen, Balancieren, Springen, Slalomrollen und Klettern verlangen eine schnelle Anpassung an unterschiedliche Geräte und Bewegungsrichtungen.

Wissenschaftliche Absicherung

Für einen schulischen Koordinationstest gut dokumentiert

Warwitz berichtet über eine große Normierungsstichprobe und mehrere Gütekriterien. Die Befunde sprechen für eine brauchbare Zuverlässigkeit und eine sinnvolle inhaltliche Validierung des Tests.

N = 3.462veröffentlichte Normstichprobe
r = .87–.93Retest-Reliabilität
r = .85–.89Split-Half-Reliabilität
r = .62–.79Zusammenhang mit Lehrerurteilen

Methodische Grenze

Der WKP ist ein komplexer Leistungstest. Die gemessene Zeit hängt auch von Übungserfahrung, Gerätevertrautheit, Beweglichkeit und Schnelligkeit ab. Eine reine „Koordinationsnote“ ist daher eine Vereinfachung.

Für Normtabellen entscheidendAufbau, Maße, Fehlerregeln, Zeitnahme und Übungsbedingungen müssen standardisiert sein. Schon kleine Abweichungen können die Zeiten systematisch verändern.